Eine Treppe für die Helme-Fische

Das Wehr an der Helme zwischen Kelbra und Roßla wird bis zum Frühjahr neugestaltet.

VON PETER LINDNER, 19.09.08, 17:45h, aktualisiert 19.09.08, 21:43h

Jörg Hafke und Maik Kunze (von links) arbeiten an der künftigen Fischaufstiegsanlage.       Deutlich zu sehen die so genannten Kopfbalken der Bohrpfahlwände. (Foto: Pl)

                                                                                                                                                                                               

KELBRA/ROSSLA/MZ Nach den Sanierungsarbeiten an den Helme-Wehren bei Hohlstedt und Oberröblingen sind Bauleute derzeit am Wehr Roßla mit umfangreichen Arbeiten beschäftigt. Das Wehr bei Roßla sei rund 35 Jahre alt und mittlerweile habe der Anlage der Zahn der Zeit mächtig zugesetzt, so die Planungsleiterin des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, Christine Strümpel. "Schritt für Schritt haben wir an der Helme dringende Arbeiten erledigt, die dem Hochwasserschutz genau so dienlich sind wie der Umwelt", so Strümpel. Das lasse sich das Land Sachsen-Anhalt Millionen kosten.

Mit der Sanierung am Wehr in Roßla würden gleich mehrere Baumaßnahmen realisiert. So entstünde eine Fischaufstiegsanlage und auch der Mühlgraben würde saniert und erhalte ein neues Bett.

Ursprünglich sollte das Wehr halbseitig trockengelegt werden, das sei jedoch nicht machbar, weil die Talsperre Kelbra jetzt das Wasser ablasse. Nun würde das gesamte Wehr trocken gelegt und saniert. Deshalb werde die Helme um das Wehr herumgeleitet. Und auch der alte Helmearm erhalte damit wieder eine Verbindung zum Fluss.

Da werden sich die Angler freuen, die inmitten der Helme-Niederung ihr Domizil haben. Fischaufstiegsanlagen oder auch Fischtreppen, erläutert Christine Strümpel, seien an allen Wehren längs der Helme eingerichtet worden, das verlange der Gesetzgeber. Realisiert werden die Sanierungsmaßnahmen von der Firma Otto Heil (Hoch- Tief- und Ingenieurbau aus Taucha. Das Unternehmen aus dem Sächsischen hat bereits einige Erfahrungen im Wasserbau.

Das bestätigt Polier Karl-Heinz Riebe, der den Bautrupp vor Ort leitet. Seit dem 10. Juli sei man hier am Helme-Wehr Roßla "und die Arbeiten gehen zügig voran", so Riebe.

Für den Verlauf der Fischaufstiegsanlage werden übrigens keine Stahlspundwände mehr verwendet, sondern Betonpfahlwände mit Stahlarmierung. Die seien langlebiger, heißt es. An den so genannten Kopfbalken machen sich derzeit Jörg Hafke und Maik Kunze zu schaffen. Sie bereiten gerade eine neue Schalung vor. Polier Riebe betonte: "Im Frühjahr sind wir hier fertig.".                                (MZ vom 19.09.08)