Kirchengeschichte

Bereits im Jahr 1864 wurde im Auftrag des Grafen Carl Martin der erste Entwurf zum Bau der neuen Kirche vom Baumeister Wendler aus Köln Vorgelegt. Am 5. Mai 1868 begann man mit der Ausführung.
An der Ausgrabung und der Aufmauerung der Fundamente waren über 60 Maurer und Handlanger beschäftigt. Bei den Ausgrabungen des Turmfundamentes drang plötzlich Grundwasser ein. So mußte mit einer Dampfmaschine Tag und Nacht gepumt werden , um das Fundament errichten zu können. Grundsteinlegung war am 19. August 1868. Die neue Kirche wurde mit dem Namen "Dreifaltigkeits-Kirche" eingeweiht.
 


Eine Urkunde davon, nebst Beilagne, wie Personalien des gräflichen Hauses und der hiesigen Behörde, ein Auszug aus der Kirchenchronik von 1868 bis 1869, ein Exemplar der "Nordhäuser Zeitung" und des "Nordhäuser Couriers" vom 19. August sowie des Allgemeinen Anzeigers der Grafschaften und der Rechenschaftsbericht der Sparkasse kamen in einen Glaszylinder.
Ebenso wurde eine Kapsel mit folgenden Münzen mit eingemauert:


1

Stolberg's Speciesthaler von 1796,

1

Preußischer Krönungsthaler von 1861,

1

Preußischer Siegesthaler von 1866,

1

Stolberg's Zweigroschenstück,

1

Preußischer Silbergroschen,

1

Dreier-1 Pfg.


Obenauf setzte man den schweren Stein mit dem Stolberger Hirsch und der Goldinschrift "Roßla, den 19. August 1868". Hierzu sang der hiesige Männerchor: "Der Herr macht alles wohl". Mit dem versilberten Hammer von Baumeister Wendler erfolgten die drei üblichen Hammerschläge. Jeder, der einen Hammerschlag tat, gab ein Opfer in ein aufgestelltesBecken. "Alles, was hier geschehen ist, wolle der Herr gedeihen lassen zu seines Namens Ehre und alle Gebete".
Aber auch eine Kirche ist vor Dieben nicht sicher , denn 1870 wurde der Inhalt des Grundsteins gestohlen. Am 30. August 1871 legte man in Gegenwart des Kirchenvorstandes wieder die bezeichneten Beilagen und dieselben Münzen hinein. Noch beigefügt wurde die Kirchenchronik und eine Notiz über den Deutsch-Französischen Krieg.
Ende 1871 waren alle Maurerarbeiten an der neuen Kirche fertiggestellt. Dann endlich, am 21. Oktober1873, erfolgte die Einweihung der Kirche . Am Vorabend läuteten alle Glocken. Um 8.00, 9.00 und 10.00 Uhr am anderen Morgen war großes Festgeläut.
Gegen 10.00 Uhr trafen sich alle an der alten Kirche, und als der Festumzug die neue Kirche erreichte, sang man in Begleitung des Posaunenchors das Lied: "Lobe den Herrn, den mächtigen König der Ehre".
Wie ehrfürchtig müssen die Roßlaer doch vor ihrer großen, neuen Kirche gestanden haben.
Vom Baumeister bekam der Graf die Schlüssel der Kirche überreicht. Er gab sie weiter an den Superintendenten, welcher daraufhin die Tür im Namen der Dreifaltigkeit aufschloß.


Folgende Glocken gehören der St. Trinitatiskirche zu Roßla:

  Festglocke: Ton a
Alte Bronzeglocke, 1732 in Roßla gegossen und 1972 von der alten Kirche auf den Turm der neuen Kirche überführt.

       Gebetsglocke: Ton h
Inschrift: "Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet". Röm.12.12

        Taufglocke: Ton g
Inschrift: "Glaubet ihr nicht, so bleibet ihr nicht".(Jahreslosung 1959, des Jahres, in dem die Aufstellung der neuen Glocken beschlossen wurde)

        Ewigkeitsglocke: Ton c
Inschrift: "Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige".(Jahreslosung 1960)


1973 feierte die Kirche ihr 100-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlaß konnte man in der Kirche eine Ausstellung mit dem Thema: "100 Jahre St. Trinitatiskirche Roßla" besichtigen.

 

Quellenangabe: mit Auszügen aus dem Buch "Roßla - Erinnerungen"