Investoren und Planer gehen in die Offensive

          Gegner der Schweinemastanlage zur Informationsveranstaltung                           
                           eingeladen

                            VON MANFRED DEIDECK, 13.04.09, 18:28h, aktualisiert 13.04.09, 21:08h

                           

                                   

Die zerfallenen Stallgebäude werden abgerissen. (FOTO: MAIK SCHUMANN)
 
ROSSLA/MZ. Die Investoren und Planer der Vorhaben "Schweinmastanlage" und "Biogasanlage" signalisieren ihre Bereitschaft, auf einer Informationsveranstaltung die zwei Projekte vorzustellen und zu erläutern. Ihren Vorschlag zufolge sollen zu diesem Treffen der Bau- und Umweltausschuss, die Gemeinderäte sowie die Sprecher der Bürgerinitiative, die gegen die Schweinemastanlage ist, eingeladen werden. Roßlas Bürgermeister Axel Heller (parteilos) bestätigte zudem gegenüber der MZ, dass Planer Reinhard Lindner auf die Fragen, die die Bürgerinitiative dem Gemeinderat übergeben hatte (die MZ berichtete) geantwortet habe. Lindner erklärt darin unter anderem, dass die zwei Vorhaben deshalb parallel geplant werden, um Synergieeffekte zu erzielen. So entstehe laut Lindner "ein erheblicher Nutzen, wenn die Gülle aus der Tierzucht in der Biogasanlage verarbeitet" werde. "Das mindert die Geruchsemissionen, schont das Grundwasser und trägt zur umweltgerechten Energieversorgung bei", führt er aus.

Aus diesem Grunde sollen die beiden Vorhaben an einem gemeinsamen Standort entstehen, obwohl sie direkt nichts miteinander zu tun haben und auch getrennt realisiert werden könnten. Der Projektplaner verweist in diesem Zusammenhang auch auf den Einsatz modernster Technik. "Die Gülle bleibt unter Luftabschluss, bis sie nach der Vergärung als kaum noch riechender Gärrest und hochwertiger Dünger auf die Felder gebracht wird. Bisher wird die Gülle in offenen Behältern gelagert und unvergoren auf die Felder verteilt. Das stinkt zum Himmel und setzt das stark Klima gefährdende Treibhausgas Methan frei", wirbt Lindner für die Projekte. Nach dem Bekanntwerden der Vorhaben gründeten die Gegner der Schweinemastanlage eine Bürgerinitiative. Zahlreiche Roßlaer Bürger befürchten nämlich, dass durch die Erhöhung der Anzahl der Mastschweine auf 8 000 Tiere die Lebens- und Wohnqualität stark beeinträchtigt werde. Als Gründe werden vor allem die Geruchsbelästigung und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen durch Silage- und Viehtransporte ins Feld geführt.                                                               (Quelle: MZ 14.04.09)